Höhefeld    ... ein Dorf auf der Höhe !      

                               



Wanh(a)usen, ein Weiler  - Anno Domini ? -
auf Höhefelder Gemarkung


Die auf dieser Seite aufgeführten Fakten und Namen sind mit seiner
dankenswerten Genehmigung aus der Dissertation von
Prof. Dr. Peter Rückert (Stuttgart) übernommen.
Diese Doktor-Arbeit kann im Staatsarchiv in Bronnbach eingesehen werden.

Prof. Rückert verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in Urphar/Wertheim.
Besten Dank von hier auch an Raphael Winkler

Wanhausen ... Wanhusen ... Wohnhausen

 

Aufgrund der Ortsnamenforschung ist Wanhausen in das frühe Mittelalter
zu datieren. Wahrscheinlich handelte es sich hier um eine kleine Siedlung
am See.

Die schriftliche Überlieferung erfasst den Ort zu Beginn des 14. Jahrhundert; die Würzburger Lehenbücher verzeichnen dort einen Klinkhart als Besitzer
von Gütern.

Ein Arnold Horant erhält Feldäcker „in marchia Wanhusen“.

                                                             ( in der Grenzmark/Gebiet Wanhusen)

Ein gewisser Arnold, genannt Bleichle, bekommt Wiesen und Äcker
„in loco qui dicitur Wagenhusen“
(an dem Ort der Wagenhausen heißt)

1327/28 benennt ein Eintrag den Zehnten zu Höhefeld

„in campo Wanhusen“.
(im Feld Wanhusen)

1334 werden dem Heinrich Horant etwa 100 Feldäcker
„in territorio Wanhusen“
verliehen
(im Gebiet Wanhusen)

Friedrich von Stettenberg ist 1345 Besitzer eine Hofreite zu Wanhusen
„aream sitam in territorio Wanhusen iuxta Houelt“
(eine Ebene gelegen im Gebiet Wanhusen nahe Höhefeld)

ANMERKUNG:

Die Herren von Stettenberg waren im Mittelalter als Junkergeschlecht
auf der Burg Gamburg und auch im Dorf Gamburg ansässig. Die von
Stettenberg spielten beim Bau der ersten Höhefelder Kirche und
auch für Niklashausen eine bedeutende Rolle.

Im Jahr 1393 verkauft Cunz von Stettenberg an den Graf Johann von Wertheim
und an das Kloster Bronnbach je zur Hälfte „den hofe zu Wanhusen und die ecker die dorin gehören“; der Teil des Wertheimer Grafen ging noch im selben
Jahr an das Kloster über.

Sieben Jahre später gehören zum Lehenbesitz des Weyprecht von Stettenberg u. a. Zehntanteile der „Wanhausen“ genannten Äcker
sowie ein dort gelegener See.

1441 und 1445 zinsen Peter Giger und der alte Hans Woltze aus Höhefeld
von Krautgärten zu Wanhausen.

Im Zinsbuch des Klosters Bronnbach aus der zweiten Hälfte des
15. Jahrhunderts erscheint der Ortsname noch als Flurbezeichnung
für Höhefelder und Böttigheimer Gemarkung.

Der Wüstungsprozess hat die Siedlung Wanhausen im frühen
14. Jahrhundert erfasst, auch der noch später belegte Hof wird
dann nicht mehr bewohnt gewesen sein. Die Aufteilung der
Wüstungsflur zwischen den Orten Höhefeld und Niklashausen ist
während des 14./15. Jahrhunderts erfolgt.

Die beiden folgenden Bild-Dateien sind Archivalien, die im Archivverbund Main-Tauber (Bronnbach) vorliegen und am 2. März 2015 zur Veröffentlichung hier bereitgestellt und genehmigt wurden.

Die Bilder beinhalten Auszüge aus dem Zinsbuch des Klosters Bronnbach, die auf den Ort Wanhusen bei Höhefeld hinweisen